MMM 1

Die Melancholic Memory Machine ist eine Maschine in der vielleicht ursprünglichsten Form: ein Alphabet. Ein in sich geschlossenes Tonmaterial. Sie ist aufgetaucht, als Ich mit meinem damaligen Professor Michael Wollny das Spätwerk für Klavier von Alexander Scrjabin unter die Lupe genommen hat. Dabei ist der Moment ihrer Erfindung nicht mehr genau zu benennen. Überwältigt von ihrer Existent, habe Ich die Maschine auseinander gebaut, in Einzelteile zerlegt, sie kartographiert, vermessen und analysiert. Entdeckt habe Ich Intervall-Verhältnisse, Klangstrukturen, Melodien und harmonische Bewegungen. In einem längeren Arbeitsprozess ist so – als Interpretation und Auslegung der Melancholic Memory Machine – ein neuer Wortschatz entstanden. Mit diesem Wortschatz habe Ich komponiert. Mit meinem emotionalen, assoziativen, oft logisch fehlerhaften Denken, versuche Ich die Maschine wieder zum Leben zu erwecken. Das Ergebnis dieser Interaktion mit der Maschine übersteigt sowohl die Regel der Maschine, als auch meine kreative Intention. Ohnehin bleibt, zumindest zum Teil, unverständlich, was die Maschine sagt. Die Maschine schreibt undeutlich, sie flüstert, sie kritisiert, sie nuschelt und fragt nicht nach, ob jemand ihre Aussagen richtig verstanden hat.