ABOUT

Philip Frischkorn begann mit 6 Jahren Klavier zu spielen. In seinem musikalischen Elternhaus steht früh das gemeinsame Musizieren mit den Cello und Geige spielenden Brüdern auf der Tagesordnung. Über die Jahre der klassischen Ausbildung lernt er so das große Repertoire klassischer Kammermusik kennen. Dem zunehmend aufkeimenden Interesse für Harmonielehre, Komposition und vor allem Improvisation geht er zunächst autodidaktisch nach. Gefördert und entdeckt werden diese Talente am musisch geprägten Pestalozzi-Gymnasium von Erich Mayer und Christofer Varner. Varner bringt den jungen Pianisten mit frei improvisierter Musik in Kontakt und es folgen erste Konzerte mit dem ICI-Ensemble München und Tobias Delius.

2009 zieht Philip Frischkorn für ein Philosophiestudium nach Berlin. Dort hat er unter anderem Jazz-Klavierunterricht bei Larry Porter, bevor er dann von 2010 bis 2014 in der Klasse von Prof. Richie Beirach einen Bachelor im Fach Jazzklavier an der „Hochschule für Musik und Theater“ in Leipzig absolviert. Zunehmend findet Philip Frischkorn eine eigene musikalische Sprache. Beirach ermutigt ihn dazu, aus den Genregrenzen auszubrechen. Ein erstes Ventil, das die Spielfreude der Improvisation mit dem durchdachten, formal anspruchsvollen Blick eines Komponisten verbindet, wird die Band Trio.Diktion. Aber auch in das Eva Klesse Quartett, dem Philip Frischkorn seit 2013 angehört, bringt Frischkorn von Anfang an seine feine Tonsprache ein. Das Debüt-Album des Quartetts „Xenon“ wird unter anderem auf dem Jazzfest Berlin präsentiert und 2015 mit den ECHO JAZZ ausgezeichnet. Für sein Masterstudium findet Frischkorn im deutschen Ausnahmepianisten und neu berufenen Professor an der HMT Leipzig Michael Wollny dann den idealen Lehrer. Gefördert von Wollny, spielt er Konzerte mit der Band von Eva Kruse — einer langjährigen Weggefährtin seines neuen Lehrers — und dem Jazzbaltica Ensemble. Nils Landgren, der künstlerische Leiter des JazzBaltica-Festivals, ist beeindruckt und lädt ihn für einige Duo-Konzerte auf dem Schleswig-Holstein-Musikfestival ein, zu denen die Schleswig-Holstein-Zeitung schreibt: „Philip Frischkorn spielte den Steinway-Flügel ganz konzentriert und über die Tasten gebeugt, sehr variationsreich, ein Ausnahmetalent, von dem sicherlich in der obersten Ebene der Jazz-Szene noch ganz viel zu hören sein wird.“

Zum Ende seines Studiums gründet Frischkorn dann mit „The MMM“ ein eigenes Trio. Ausgangspunkt der „Melancholic Memory Machine“ sind serielle Kompositionstechniken. Durch eine eigenständige Herangehensweise entstehen allerdings sehr vielseitige Kompositionen, die sich einer einfachen Einordnung entziehen. Norbert Krampf schreibt Anfang 2019 in der FAZ: „Seine konzeptionellen Gedanken lassen traditionelle Jazzrahmen entschlossen hinter sich und bringen erstaunliche, auf kluge Art berührende Melodien und Harmonien hervor.“ Dieser Wille zum genreübergreifenden Arbeiten zeigt sich auch in verschiedenen Kooperationen mit dem Tänzer und Choreographen Moritz Frischkorn für das Projekt „Savoy“, das 2017 in Hamburg Premiere feierte, in der Zusammenarbeit mit der Lyrikerin Nora Gomringer und dem Schlagzeuger Philipp Scholz im Programm „PengPengParker“ und auch in gemeinsamen Projekten mit dem Vocalconsort Leipzig. In Leipzig ist Philip Frischkorn ein gefragter Sideman. Er musiziert unter anderem in Paul Lapps „Forum“ und mit Matze Boguths „Under Milk Wood“. Seit Herbst 2018 ist er außerdem Dozent an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig.